Anti-faschistischer Aktivist Pavlos Fyssas in Griechenland von Nazi getötet

Demos Griechenland nach Tod von Pavlos Fyssas (8)

Die griechische Regierung bekommt ihre erstarkte Rechte nicht in den Griff. Ein Neonazi mit Verbindung zu der faschistischen Partei Goldene Morgenröte tötete am Dienstag den anti-faschistischen Aktivisten und Rapper Pavlos Fyssas. In mehreren Städten Griechenlands kam es am Mittwoch zu landesweiten Demonstrationen und teilweise zu schweren Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die Rechten hatten auch in Deutschland den Aufbau einer Zelle geplant.

Am Dienstag Abend gerieten während eines Champions League Fußballspiel ein Neonazi und ein linker Aktivist in einem Lokal im Stadtteil Keratsini von Piräus zum Streit. Nach dem der 34-jährige Pavlos Fyssas den Ort verließ, wurde er von 15 Männern verfolgt. Einer von ihnen zog das Messer und verletzte den bekannten HipHop-Musiker und anti-faschistischen Aktivisten so schwer, dass er im Krankenhaus verstarb. Laut Spiegel online konnte er vorher noch den Namen des Täters nennen. Der wurde am Mittwoch in Athen festgenommen. Der 45 Jährige gestand die Tat. Es soll sich bei dem Mann um einen bekannten Neonazi mit Verbindungen zu der faschistischen Partei Goldene Morgenröte handeln. Die Partei bestritt eine Verantwortung.

„Harte Wirtschaftskrisen führen zu konservativeren Gesellschaften und zu einer Verstärkung der rechtsradikalen Gebilde. Griechenland bildet da keine Ausnahme“, berichtete Elli Stai in einem Interview mit Focus online. Die griechische Hauptnachrichtensprecherin des staatlichen Fernsehsender NET, war selbst Opfer von verbalen sexistischen und faschistischen Attacken geworden, als sie die „Goldene Morgenröte“ als Nazigruppe bezeichnete.

Schreck in Nürnberg – Ableger in Deutschland gegründet?

Die Internetplattform „Linksunten“ berichtete Anfang Februar von der Gründung einer ersten Zelle der Partei in Nürnberg. Wochenlang waren Chrysi Avgi (Goldene Morgenröte) und ihre vermeintliche Zelle das Thema in der griechischen Gemeinde. Von den rund 10.000 Griechinnen und Griechen in Nürnberg haben viele den Faschismus am eigenen Leib erfahren. Damals zu Zeiten der griechischen Militärdiktatur von 1967 bis 1974 waren sie davor geflüchtet. Das ansässige Bünd­nis Na­zis­topp verfolgte den Prozess aufmerksam und organisierte den Widerstand. Sie schreiben in einer Erklärung: „ Es trifft uns und macht uns gleich­zei­tig wü­tend, dass ähn­li­che Er­eig­nis­se (gemeint sind die Vorgänge um die NSU) in Grie­chen­land all­täg­lich ge­wor­den sind. In­zwi­schen kön­nen dort die Neo­na­zis der Chry­si Avgi, sogar unter den Augen der Po­li­zei, un­ge­hin­dert zu­schla­gen. Wir kön­nen es nicht fas­sen, dass in einem Land, in dem der Fa­schis­mus Hun­dert­tau­sen­de Opfer und tiefe Wun­den hin­ter­las­sen hat, kri­mi­nel­le Neo­na­zis zu Ab­ge­ord­ne­ten ge­wählt wur­den, ihrer Par­tei im Fern­se­hen eine Bühne ge­bo­ten wird, ihnen mit Feig­heit be­geg­net wird und sie of­fen­sicht­lich mehr als un­ter­schätzt wer­den.“ Der Bayerische Verfassungsschutz hielt sich mit Informationen auffällig zurück, bestätigte dann aber, dass es Mitte Februar 2013 ein Treffen von Mitgliedern der Partei und dem rechten Verein „Bund Frankenland“ in Fürth gegeben habe. Mittlerweile wurde die eigens dafür online gestellte Internetseite der Partei gelöscht. Weitere Aktivitäten wurden bisher nicht mehr gemeldet.

Anteil der Rechten Befürworter in Griechenland wächst – Nazigegner formieren sich

Die Regierung Athens konnte sich bisher nicht auf ein längst fälliges Antirassismusgesetz und das Verbot von extremistischen Parteien untereinander verständigen. Dabei nehmen die verbalen und tätlichen Angriffe auf Migranten und Gegner ständig zu und die Zustimmung für die Partei in Griechenland wächst.

Am 6. Mai vergangenen Jahres schaffte die ultrarechte Partei zum ersten Mal mit 21 Sitzen den Sprung ins griechische Parlament. Bei der Wahl am 17. Juni erhielten sie bei 6,9 Prozent Stimmenanteil 18 Sitze. Nach Umfragewerten lag die Partei im Herbst 2012 bei 12%, damit wäre sie zu diesem Zeitpunkt die drittpopulärste Partei im Land. Eine Umfrage im Auftrag der Zeitung To Vima ergab, dass 67,5 Prozent der Griechen für ein Verbot der Partei sind. Aktuelle Zahlen liegen nicht vor.

Fotos von den Demonstrationen in mehreren Städten Greichenlands

Fotos: facebook

3 Kommentare to “Anti-faschistischer Aktivist Pavlos Fyssas in Griechenland von Nazi getötet”

  1. wäre schön,wenn die Demos friedlich abgelaufen wären,glaube die Menschen verlernen das miteinander reden immer mehr

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