Ausländerfeindliche Ausschreitungen in Moskau

 

Nach einem Mord an einem jungen Mann in Moskau, der angeblich von einem Fremdarbeiter erstochen wurde, hat eine aufgebrachte Menge einen Wochenmarkt gestürmt, in dem vorwiegend Migranten Waren verkaufen und sich eine Straßenschlacht mit Polizisten geliefert. Nach offiziellen Angaben seien 380 Personen festgenommen worden. In der Vergangenheit war es in Moskau immer wieder zu nationalistisch motivierten Konflikten zwischen Radikalen und Migranten gekommen. Angeheizt wird die Stimmung durch die Politik. Das Thema illegale Einwanderung stand im Zentrum des Moskauer Kommunalwahlkampfes vor wenigen Wochen.

 SKK übernimmt einen Artikel- ohne hier wertende Übereinstimmung – der Zeitung RIA Novosti

ausländerfeindliche Ausschreitungen in Moskau

Eine Bürgerversammlung mit ein paar Dutzend Teilnehmern mündete am Sonntag im Süden von Moskau in nationalistisch motivierte Unruhen.
Der Anlass für die Ereignisse war ein Verbrechen gewesen, das in der Nacht auf den 10. Oktober verübt worden war: Ein junger Moskauer war auf offener Straße vor den Augen seiner Freundin niedergestochen worden, als er gegen einen Mann auftrat, der die Frau belästigen wollte. Auf Überwachungskamera-Bildern ist zu erkennen, dass der Angreifer offenbar aus dem Kaukasus oder Zentralasien stammt. Der Täter floh nach der tödlichen Attacke.
Am Samstagabend hatten sich rund 40 Bewohner der Gegend am Ort des Verbrechens versammelt und forderten die restlose Aufklärung des Falles, aber auch die Schließung eines Gemüsegroßmarktes in der Region (dem Arbeitsplatz von zahlreichen Migranten aus den möglichen Herkunftsländern des Mordverdächtigen, Red.) und eine Verschärfung der Migrationsgesetze. Um 22:30 löste sich die Versammlung auf. Für den nächsten Tag 16:00 Ortszeit wurde ein nächstes Treffen einberufen.
Bei der „Volksversammlung“ am Sonntagnachmittag kam es zur Eskalation: Aufgebrachte Teilnehmer schlugen die Scheiben eines Einkaufszentrums ein und versuchten, das Gebäude zu besetzen. Aus dem Einkaufszentrum stiegen Rauchschwaden, das Gebäude wurde evakuiert, berichtete ein RIA-Novosti-Korrespondent vor Ort. Die Spezialeinheit OMON musste anrücken.

Nazi Krawalle in Moskau nach tötung eines Mannes„Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine Reihe von Rowdytum-Verdächtigen festgenommen“, sagte ein Vertreter des Pressediensts der Moskauer Innenbehörden RIA Novosti. Wie das Amt in den frühen Abendstunden bekanntgab, wurden sieben Menschen verhaftet. Die Anklage lautet auf Rowdytum. Der Polizeiautobus, in dem die Verhafteten sich befanden, war von den Massen eingekreist worden, die die Freilassung der Teilnehmer forderten. Einige Bürger warfen Flaschen und Mülleimer auf die Mitarbeiter der Spezialeinheit OMON, so der Gesprächspartner der Agentur.
Laut Polizeiangaben hatte sich die Teilnehmerzahl an der „Volksversammlung“ gegen Abend auf 300 bis 350 Menschen gesteigert. Augenzeugen sprechen von bis zu 1000 Teilnehmern. „Vor Ort sind 200 Polizeibeamte im Einsatz“, so ein Sprecher

der Sicherheitskräfte.
Gegen 20 Uhr Ortszeit sind in der Nähe des Gemüsemarkts Festnahmen im Gange, berichtet der Fernsehkanal RainTV. „Man hört Rufe: ,Sie prügeln Russen!‘, der OMON setzt Schlagstöcke ein“, zitiert der Sender auf Twitter den Journalisten Timur Olewski.
Ausländerfeindliche Ausschreitung vor einem Supermarkt in MoskauEin hochrangiger Polizeibeamter hatte sich am Sonntag um 14 Uhr mit Aktivisten aus der Zivilgesellschaft getroffen, um den „Dialog mit den regionalen Aktivisten vom Vortag fortzusetzen“. Bei dem Treffen sei die Bildung von Bürgerwehren besprochen worden, die die Straßen patrouillieren sollen, so ein Pressemitarbeiter der Moskauer Polizei zu RIA Novosti.
Die Behörden betonen indes, dass alles daran gesetzt werde, den Täter dingfest zu machen. Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin kündigte eine gründliche Untersuchung des Mordes an. Die Schuldigen an den Unruhen erwarte ihre gesetzliche Strafe, teilte seine Pressesprecherin mit.
Der Moskauer Polizeichef Anatoli Jakunin gab bekannt, dass eine Million Rubel (über 23 000 Euro) auf den flüchtigen Mörder ausgesetzt sind.
Der Duma-Abgeordnete Michail Starschinow (Geeintes Russland) regte in einem Schreiben an Generalstaatsanwalt Juri Tschaika und den Vorsitzenden des Ermittlungskomitees Alexander Bastrykin die Gründung einer „Kommunalpolizei“ an.
„Der brutale Mord an einem Moskauer in West-Birjuljowo im Süden der Hauptstadt und der darauffolgende Bürgeraufstand sind ein Resultat der Untätigkeit der Behörden und der Polizei, die den drohenden Konflikt nicht abwenden konnte“, sagte Starschinow am Sonntag zu Journalisten und verglich die Lage mit den rassistisch motivierten Gewaltausbrüchen in den russischen Städten Pugatschow oder Kondopoga, wo ein randalierender Mob Mitte der Nullerjahre faktisch alle Kaukasier aus der Stadt getrieben hatte.
„Das alles bringt einen zum Nachdenken, ob es nicht an der Zeit wäre, wieder über eine Kommunalpolizei nachzudenken, die direkt von der Ortsbevölkerung abhängig ist“, sagte der Parlamentarier. Wie Starschikow hinzufügte, müsse auch diskutiert werden, wie „endlich Ordnung in die Migrationspolitik“ gebracht werden könne. Ein Vorschlag des Abgeordneten lautete, Wehrdienstleistende für die „Ordnung“ auf den Straßen heranzuziehen – besonders in Ballungszentren, wo viele Migranten wohnen.  -> Artikel Quelle

Милицейское оцепление на Манежной площади в МосквеDie „STIMME RUSSLANDS“ berichtet: Die Polizei hat begonnen, den Manege-Platz im Zentrum von Moskau abzusperren. Dort fand im Winter 2010 eine Massenprotestaktion von Nationalisten nach dem Mord an dem Fußballfan Jegor Swiridow statt. Städtische Behörden befürchten, dass die Krawalle in Birjuljowo auf andere Bezirke der Hauptstadt übergreifen könnten.
-> Quelle

Das Video von den Ausschreitungen auf:

http://iptv.orf.at/stories/2202174/

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Auf der Webseite von RIA Novosti

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