Ex-Boxer und Imbissbesitzer Erdogan B. schnappte sich den Dieb

Erdogan B. verfolgt den Ladendieb

Do. 30.Jun. Prinzenallee 27 – Erdogan B. (52) hatte Getränke vom Großmarkt geholt und lud gerade die zweite Ladung aus. Sein Wagen parkte gegenüber. dreißig Meter entfernt von seinem Imbiss, in der Prinzenallee 27. Von dort aus schaute er zu seinem Laden, sah vier Männer mittleren Alters und freute sich über die Kundschaft, denn sein Laden ist noch nicht lange eröffnet.

„Einer ist reingegangen, und drei blieben draußen sitzen“, berichtet Erdogan. „Schon nach kurzer Zeit ist der dann mit einer Kiste Bier rausgekommen, oben drauf Cola, Icetee und mehrere Flaschen Wodka. Das ging mir zu schnell, denn meine Frau arbeitete in den hinteren Räumen. Da war mir klar, er hat die Sachen geklaut. Ich habe die Polizei angerufen und bin hingerannt. Er war schon ein Stück weg. Du hast geklaut rief ich, da wollte er plötzlich bezahlen. Nix da, Polizei sagte ich, er hat die Kiste stehen lassen und ist losgerannt. In der Gotenburger Straße, da hinten am Park, vierhundert Meter weiter, habe ich ihn erwischt. Nein, Angst hatte ich nicht. Ich bin zwar schon 52, aber ich habe früher viel Sport gemacht, Boxen und Ringen und alles mögliche. Aber ich habe dann aufgehört mit dem Boxen. Ich kann keine Menschen schädigen. Wenn du beim Boxen was werden willst, musst du eine schlechte Geschichte haben.“

„Also, der wollte sich noch losreißen, aber ich packte ihn fest am Arm. Eine Frau mischte sich ein: Nicht totschlagen, hat sie gerufen. Nein, nein sagte ich, alles ordentlich und er sagte – keine Polizei, keine Polizei. Ich entschuldige mich.  Na gut, habe ich ihm gesagt. Aber erst mache ich von dir ein Foto und dann musst du dich beim richtigen Chef entschuldigen. Ich bin nur ein Angestellter, das bringt gar nichts. Da war ihm nicht wohl, aber er hatte keine andere Wahl. Mit meinem Handy habe ich das Foto gemacht und dann sind wir rüber. Als wir hier auf der Mittelinsel von der Straße waren, kam gerade die Polizei. Da habe ich ihn einfach abgegeben. Er hat denen seine roten Stellen im Gesicht gezeigt und beschuldigte mich. Aber die Polizisten meinten, das ist eine alte Geschichte, das kann man sehen. Nein, zum Chef ist er gar nicht mehr gekommen. Das ist meine Frau und die ist im Laden geblieben.
Mensch – ich kann das ja verstehen, wenn man arbeitslos ist und kein Geld hat, aber ich bin auch nicht reich.“

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