Manuela Fröhlich sagt: „Ich bin doch keine Blume.“

Darüber denken etliche Mitbewohner im Soldiner Kiez ganz anders. Sie verfolgen Manuela regelrecht. Ihr schnelles Fahrrad kann sie dabei nicht retten, denn es ist gelb. „Bienen kann ich gut leiden,“ sagt sie, „die kommen immer zu mir auf den Balkon und holen sich ihre Nahrung.“ Aber mit Wespen steht sie auf Kriegsfuß. „Die sind richtig kriegslustig und greifen auch mal ohne Grund an,“ behauptet Manuela. Und dann noch dieses gelbe Fahrrad. „Sie verfolgen mich regelrecht und wenn ich stehenbleibe, summen sie um mich herum. Ich bin doch keine Blume. Am liebsten würde ich das Fahrrad blau streichen.“

Das wird nicht gehen, denn die gelbe Farbe der Post, für die sie Briefe ausfährt, hat fünfhundertjährige Tradition. Das Deutsche Reich unter Kaiser Maximilian (1508-1519) stand im Zeichen der Farben Gelb und Schwarz. Damals wurden die Posthalter mit den Farben des Reiches ausgestattet. Damit waren sie jedem als kaiserliche Kurierpost erkenntlich. Der erste Postbote, der in Deutschland private Schriftstücke zustellte wurde 1710 erwähnt. Seit elf Jahren ist Manuela schon dabei. „Ich habe den Beruf der Postbotin noch richtig gelernt“, sagt sie.

Manuela wohnt in Reinickendorf, den Soldiner Kiez mag sie. „Hier kann man sich duzen, die Menschen sind nicht überheblich und sie haben Herz. Die Bewohner sind nicht so distanziert. Da erfahre ich so manch spannende Geschichte.“

One Comment to “Manuela Fröhlich sagt: „Ich bin doch keine Blume.“”

  1. Was für ein schönes Porträt einer Vertreterin dieser Berufsgruppe! Eins ist jedoch nicht ganz richtig: in der Nazizeit war die Farbe der Post rot… Schön, dass nicht mit dem Klischee von Hunden und Briefträgern gespielt wurde – sondern mit Wespen und Bienen!

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