Proteste in 100 Städten der USA – Bundesgericht soll über den Tod von Trayvor Martin neu verhandeln

Trayvor Martin protest USA New York David Sosnow (17)20.jul.13 – Für heute wird in 100 amerikanischen Städten zu Protestveranstaltungen vor Bundesgerichtsgebäuden aufgerufen. Nach dem Freispruch von Georg Zimmermann, der im Februar 2012 den unbewaffneten schwarzen Teenager Trayvor Martin erschossen hatte, fordern Bürgerrechtler den Fall erneut vor einem Bundesgericht zu verhandeln. Die Voraussetzungen dafür sind dann erfüllt, wenn durch die Tat eine Verletzung von Bürgerrechten erfolgte. Aktuell prüft das US-Justizministerium die Anwendbarkeit dieser Vorgabe. Von entscheidender Bedeutung dabei ist, dem Täter einen rassistischen Hintergrund nachzuweisen.
Im Laufe des Gerichtsprozesses kam es in den USA zu mehreren bundesweiten Demonstrationen gegen Rassendiskriminierung und Polizeiwillkür. Al Sharpton, ein Prediger aus New York, der die Proteste anführt sagte: „Wir können einen schwarzen Mann ins Weiße Haus setzen, aber wir können ein schwarzes Kind nicht durch eine geschützte Wohnsiedlung laufen lassen.“ Nach dem Freispruch Zimmermanns prägte er den Satz: „Wir haben eine Schlacht verloren, aber der Krieg ist noch lange nicht vorbei.“

Die Tat

Der 28-jährige Schütze George Zimmerman, der als Nachbarschaftswachmann am Abend des 26. Febr. 2012 in Sanford Florida unterwegs war, wollte in dem 17-jährigen Trayvor Martin eine verdächtige Person erkannt haben. „Dieser Kerl sieht so aus, als ob er nichts Gutes im Schilde führt. Der ist auf Drogen oder so“, meldete er seine Beobachtung telefonisch der Polizei. Trotz deren Erklärung, ein Streifenwagen sei bereits unterwegs und eine Verfolgung müsse nicht sein, folgte er dem Jugendlichen. Trayvor Martin hatte sich in einem Gemischtwarenladen Kaudragees und eine Dose Fruchtsaft gekauft und war zum Haus der Freundin seines Vaters unterwegs. Er bemerkte seinen Verfolger und berichtete davon in einem Telefongespräch mit seiner Freundin. Unter welchen Umständen die beiden aneinandergerieten ist bisher nicht geklärt. Zimmermann behauptete, dass Martin ihn aus einem Busch heraus von hinten angesprungen sei, dann zu Boden gestoßen, seinen Kopf mehrfach auf den Asphalt gehämmert und nach seiner Pistole gegriffen habe. In Angst um sein Leben habe er daraufhin geschossen. Weder wurden an der Waffe DNA-Spuren entdeckt, noch konnten bei einer Besichtigung des Tatortes das Gebüsch und der benannte Asphalt gefunden werden.

Nach einer ersten Vernehmung, die mit Hilfe eines Lügendetektors durch den leitenden Untersuchungsbeamten der Lokalpolizei Chris Serino durchgeführt wurde, gab der in einer eidesstattlichen Erklärung den Eindruck wieder, dass er von Zimmermans Darstellung der Ereignisse nicht überzeugt sei, und forderte die Ausstellung eines Haftbefehls für Zimmerman wegen Totschlags bzw. fahrlässiger Tötung von Trayvon Martin.

Eine Fotoserie von der Protestveranstaltung am 15. Juli in New York

Einen herzlichen Dank an den Fotografen David Sosnow aus Brooklyn für die Bereitstellung der Fotos.

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