Waldenserstraße 9 verkauft – Mieter protestieren gegen Verdrängung

Protest waldenser 9 (1)Ähnlich wie der Wohnblock Koloniestraße Ecke Osloer Straße wurde vor kurzem das in Privatbesitz befindliche Mietshaus in der Waldenserstraße 9 in Moabit mit über 100 Bewohner*innen an einen schwedischen Investor verkauft. Die alteingesessenen Mieter*innen befürchten den Hausfrieden störende Modernisierungsarbeiten, Mieterhöhungen und womöglich den Verkauf ihrer Wohnungen.

Mit solch einem Verfahren sei die kaufende Skjerven Group, die als lokaler Partner der schwedischen Heimstaden Group agiert, in Berlin schon aufgefallen, berichtete ein Sprecher des Hauses.

Das Video vom Protesttag am 14. Juni vor dem Wohnhaus Waldenserstraße 9

Bei dem Investment der Skjerven Group scheint es sich um einen Teil eines größeren Paketankaufs von fast 600 Wohnungen in Berlin zu handeln. 21 von 27 gekauften Häusern lägen in Berlin, die restlichen in Bielefeld, recherchierte das online-Portal „Wem gehört Moabit.“

Sichtlich auf Entspannung bedacht teilte auf B.Z.-Anfrage die Skjerven Group  mit, dass man lediglich Instandsetzungsarbeiten durchführen wolle und auch vor Mieterhöhungen müssten sich die Bewohner nicht fürchten. So recht vertrauen wollten die „Waldenser“ diesen Worten nicht, denn die Webseite des Unternehmens sieht ganz und gar nicht so aus, wie ein sozialverträgliches Berlin-Projekt. So protestierten sie am Sonntag vor ihrem Wohnhaus und forderten vom Bezirk Mitte die Wahrnehmung des Vorkaufsrecht.

In der Waldenser 9 wohnt noch die typische Berliner Mischung. „Der älteste Mieter wurde 1940 im Haus geboren, die älteste Mieterin lebt seit 1954 dort. Sie will auf keinen Fall ausziehen. Und genau für solche Fälle ist das Vorkaufsrecht in Milieuschutzgebieten da, um die Zusammensetzung der Wohnbevölkerung zu schützen“, informieren die Bewohner*innen in einer Presseerklärung.

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#Waldenser9

#Mietenwahnsinn

#Vorkaufsrecht

 

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