Vier Frauen aus dem Soldiner Kiez sprechen zum Thema Frauen-WM

Sonia Hristova arbeitet in einer Bäckerei in der Prinzenallee. Als sie noch in Bulgarien lebte, spielte sie bei der Fußballmannschaft Levski. Sie stürmte mit der Nummer 11 auf Linksaußen. „Ich liebe es Fußball zu spielen,“ sagt sie. „In Bulgarien habe ich keinen Unterschied zwischen  Frauen- und Männerfußball festgestellt.“ Jetzt in Berlin spielt sie noch in der Freizeit und verfolgt die WM der Frauen. „Wenn ich die Chance gehabt hätte selber mitzuspielen, hätte ich das gerne gemacht.“

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Patricia arbeitet im Büro des Seniorendomizils in der Koloniestraße. Sie findet, dass sich die Frauen sehr gut schlagen. „Ich schaue mir alle Spiele von den deutschen Frauen an. Von den anderen Teams eher weniger,“ sagt sie. „Bei den Männern sehe ich mir insgesamt mehr Länderspiele an, wenn es interessante Paarungen sind. Im Augenblick kommt es mir so vor, als ob die Männer immer faszinierter vom Frauenfußball sind. Sollten sie in diesem Jahr wieder gewinnen, könnte man fast sagen, sie würden mit den Männern auf einer Linie stehen. Frauen kommen auch so langsam an die Macht.“

Marlen arbeitet im Café la Tortuga in der Koloniestraße. Sie ist keine große Fußballanhängerin. Trotzdem findet  sie es super, dass die Frauen jetzt im Kommen sind. „Wenn ich das schon höre, dass die Spielerinnen nebenbei noch arbeiten gehen müssen,“ sagt sie verärgert. „Warum verdienen sie nicht wenigstens genug Geld, dann könnten sie genauso intensiv trainieren wie die Männer. Wenn die ein Spiel gewinnen, sind die Zeitungen voll mit Bildern und Berichten – nach einem Spiel der Frauen, habe ich letztens bei einer Zeitung als Titelbild ein Herthaspiel gesehen. „Mich stört, dass die Frauen so wenig Werbung und Unterstützung bekommen.“

„Ja ich schaue mir Fußball an, aber mehr Männerfußball,“ sagt eine Studentin. „Da ist einfach mehr Aktion. Selbst das dramatische Fußballspiel gegen die Nigerianerinnen konnte sie nicht begeistern. „Die Frauen waren schon gut, aber irgendwie reicht  es nicht. Ich habe einmal ein Spiel angefangen zu schauen, aber dann recht schnell weitergeschaltet. Ich fand es zu langweilig. Ich bin eine Frau, ich sehe lieber die Männer fußballspielen.“

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One Comment to “Vier Frauen aus dem Soldiner Kiez sprechen zum Thema Frauen-WM”

  1. Interessante Mischung, ich finde es wurde Zeit das die Frauen auch mal ein bisschen populärer werden im Fussball. Schließlich spielen Sie das ja nicht erst seit gestern. Der Blog gefällt mir sehr gut. weiter so! Liebe Grüße Andy

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